Welche Impfungen braucht mein Hund?

Impfungen beim Hund

Grundimmunisierung des Welpen:

  1. Lebenswoche – SHPL + Zwingerhusten
  2. Lebenswoche – SHPLT + Zwingerhusten
  3. Lebenswoche – S und P 15. Lebensmonat – SHPLT+ Zwingerhusten
    • Wiederholungsimpfungen je nach Infektionsrisiko in 1 – 3 jährigem Rhythmus
    • Borreliose Grundimmunisierung 2 x im Abstand von 4 Wochen bevor, der
    Welpe/ Junghund die erste Zecke hatte.
    • sonst vorher Titerbestimmung

S=Staupe
• Viruserkrankung: hoch ansteckend!!
• Reservoirwirte in der Natur sind: Dachs, Marder, Fuchs, Marderhund, Waschbär
• Übertragung durch Kontakt mit kranken Hunden oder deren Ausscheidungen
• Inkubationszeit: 3-6 Tage
• wenn ein Welpe im Zahnwechsel erkrankt, bekommt er ein Staupegebiss
• hohes Fieber bis 41 ° C
• Darmform – Durchfall
• Lungenform – Lungenentzündung, Husten, Augenentzündung
• Nervenform – krampfartige Zuckungen, Lähmungen
• Hartballenkrankheit – schwerste Form, alle verhornten Teile des Körpers entzünden sich
• alle Formen können gleichzeitig auftreten
• Hunde, die die Krankheit überleben, behalten oft nervöse Störungen zurück

H= Hepatitis contagiosa canis
• HCC – ansteckende Leberentzündung
• Viruserkrankung, heute selten
• Inkubationszeit: 4-9 Tage
• Symptome: ähnlich der Staupe, Fieber, Entzündung besonders der Bauchorgane (Leber)

L= Leptospirose
• Stuttgarter Hundeseuche
• Bakterienerkrankung
• Ansteckung über Urin erkrankter Ratten aus stehenden Gewässern
• Inkubationszeit: 5-20 Tage
• Symptome: Magen-Darm-Entzündung, Leberstörung, Nierenentzündung, Gelbsucht, Erbrechen, Durchfall, Maulschleimhautentzündung
• bei Jagdhunden aufpassen – Entenjagd!

P= Parvovirose
• „Katzenseuche“
• Viruserkrankung
• Übertragung von Hund zu Hund
• Inkubationszeit: 3-14 Tage
• besonders Welpen
• Symptome : Erbrechen, blutiger Durchfall, plötzliche Todesfälle bei Welpen oder ganzen Würfen durch Herzform

Zwingerhusten
• Viruserkrankung
• Faktorenkrankheit
• hochansteckend
• Inkubationszeit 4-10 Tage
• besonders in Tierpensionen, in Hundeschulen, bei Hundeschauen und Prüfungen
• Symptome: trockener Husten, Mandelentzündung, durch Sekundärinfektionen auch Lungenentzündung, kann dann tödlich verlaufen

Tollwut
• Viruserkrankung (ZOONOSE – kann bei Tier und Mensch vorkommen)
• Übertragung durch Biss eines erkrankten Tieres (meist Fuchs)
• Ausscheidung des Erregers nur über den Speichel
• Symptome: melancholisches Stadium (launisch, erste Sinnesstörungen), Beiss-Stadium (verwirrt, evtl. Krämpfe, vermehrter Speichelfluss, Angriff, Beißen), Lähmungsstadium (Bewegungs-u. Gleichgewichtsstörungen, heiser, starker Speichelfluss, Kreislaufversagen, Lähmungen an Kopf, Rumpf, Gliedmaßen und inneren Organen)
• Speichelfluss durch Schlucklähmung
• Schielen, Nickhautvorfall, Tod unter Krämpfen
• keine Behandlung bei Tollwut möglich bzw. Behandlung nach Tollwut VO zum Schutz des Menschen verboten!!!

Borreliose
• Übertragung durch Zeckenbiss
• im Kreis Segeberg weit verbreitet bei Mensch und Tier
• Hauptsymptome beim Hund: Gelenksentzündungen, dadurch fortschreitende Lahmheiten

Viruserkrankung, gegen die man nicht vorbeugend impfen kann:

Aujezsky`sche Krankheit
• Pseudowut
• Übertragung durch den Verzehr von rohem Schweinefleisch (auch Wildschwein)
• Kontakt mit Schwarzwild bei der Jagd (schon Stellen reicht !!!)
• Inkubationszeit: 4-6 Tage
• Symptome: starker Kratz- und Leckreiz bis zur Selbstverstümmelung, Unruhe, Lähmungen, Tod nach 1-2 Tagen
Keine Behandlungsmöglichkeiten – keine Impfung möglich

Botulismus (schwere Nahrungsmittelvergiftung)
• Vergiftung durch Stoffwechselprodukte eines Bakteriums, das im Boden/Schlamm weltweit vorkommt und zum Leben Wärme und eiweißreiche Nährlösungen (Tierkadaver) braucht
• die Stoffwechselprodukte sind Nervengifte
• es sterben jährlich daran massenhaft Wasservögel, besonders im Spätsommer/Frühherbst
• Symptome: Lähmungserscheinungen beginnend an den Gliedmassen, weiter
Kopf/Hals, dann Atemmuskulatur, Tod durch Ersticken
• keine spezifische Behandlung möglich, bei geringer Giftaufnahme und früher
Diagnose (sehr schwierig) ist eine Heilung möglich
• Achtung mit Jagdhunden bei der Entenjagd
• Ansteckungsort: Flachwasserzonen stehender Gewässer

Quelle Dr. Monika Schroedter / Jagdkurs Segeberg